Der Wandel der amerikanischen Führungsmacht und die Grenzen der präsidentiellen Autorität
Das Verhältnis zwischen der politischen Führungsmacht und der berichtenden Presse ist in den demokratischen Systemen des Westens seit jeher von einem spannungsreichen Wechselspiel geprägt. Während die Medien traditionell die Aufgabe haben, die Mächtigen zu kontrollieren und die Öffentlichkeit aufzuklären, neigen Regierende bei unliebsamer Kritik oft dazu, die vierte Gewalt als persönlichen Gegner zu diffamieren. Im Sommer des Jahres 2018 erreichte diese fundamentale Feindseligkeit zwischen dem Weißen Haus und den etablierten Nachrichtenredaktionen einen neuen und bemerkenswerten Höhepunkt. Der damalige Präsident der Vereinigten Staaten griff die etablierten Informationskanäle auf das Schärfste an und warf ihnen vor, durch gezielte Desinformation und Hetze den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu zerstören. Diese Attacke rief in den betroffenen Redaktionen eine Welle der Empörung hervor, die jedoch über die bloße Verteidigung des eigenen Standes hinausging und tiefe moralische Widersprüche im Selbstverständnis der Berichterstatter offenbarte.
Der Auslöser der medialen Empörungswelle
Die auslösende Kurznachricht im sozialen Netzwerk Anfang August des Jahres 2018 enthielt weit mehr als nur die üblichen Klagen eines unzufriedenen Amtsinhabers über die Berichterstattung. Der Präsident behauptete, die Redaktionen würden absichtlich tiefe Gräben in die Gesellschaft reißen und ein fundamentales Misstrauen gegenüber staatlichen Institutionen säen. Er unterstellte den Journalisten, dass sie durch ihre einseitige und emotionale Darstellung von Konflikten aktiv zur Eskalation internationaler Spannungen beitragen könnten. In seiner direkten und oft provokanten Art stellte er die gewagte These auf, dass die Medien durch ihre Kriegstreiberei sogar bewaffnete Auseinandersetzungen auslösen können. Diese Aussage traf den Kern einer jahrzehntelangen Debatte über die Rolle der Presse bei der Mobilisierung der Bevölkerung für militärische Interventionen.
Die unbequeme Wahrheit über die Kriegsberichterstattung
Anstatt diese provokante These zum Anlass für eine tiefgreifende und kritische Selbstreflexion zu nehmen, reagierten die betroffenen Berichterstatter mit einer Mischung aus Heuchelei und Ignoranz. Eine aufrichtige Gewissenserforschung darüber, ob die eigene Berichterstattung in der Vergangenheit möglicherweise als Sprachrohr für militärische Aggressionen gedient hat, fand in den großen Redaktionen nicht statt. Stattdessen setzten die Journalisten eine Fassade der empörten Unschuld auf und wehrten sich mit allen rhetorischen Mitteln gegen den Vorwurf der Mitverantwortung an globalen Konflikten. Ein britischer Tageszeitungsjournalist verdrehte die Aussagen des Präsidenten bewusst, indem er behauptete, der Amtsinhaber habe nicht näher erläutert, wie die Presse Kriege beginnen könne. Diese bewusste Fehlinterpretation offenbarte ein erschreckendes Missverständnis der journalistischen Sorgfaltspflicht und den festen Willen, die eigene Rolle bei der Kriegsvorbereitung komplett auszublenden.
Die Verweigerung der journalistischen Selbstkritik
Auch in den Vereinigten Staaten selbst zeigten sich führende Intellektuelle und Moderatoren völlig uneinsichtig gegenüber der historischen und gegenwärtigen Verstrickung ihrer Zunft. Ein renommierter Geschichtswissenschaftler aus Princeton wies die Schuld an kriegerischen Handlungen kategorisch den politischen Entscheidungsträgern zu und sprach den Nachrichtenmedien jede Mitwirkung an der Entstehung von Konflikten ab. Ein bekannter Fernsehmoderator fragte einen Sicherheitsberater in gespielter Naivität, welche Kriege die Medien denn bitte verursacht haben könnten. Solche Reaktionen zeugen von einem kollektiven Vergessen innerhalb der amerikanischen Gesellschaft, das die eigene Geschichte der medialen Kriegstreiberei systematisch aus dem Gedächtnis löscht. Die Berichterstatter agieren wie Schreibtischtäter, die laute Propaganda verbreiten, aber bei einer direkten Konfrontation mit den grausamen Realitäten plötzlich die Unschuld vom Lande spielen.
Das kollektive Vergessen der Medienmacher
Trotz der inhaltlichen Richtigkeit des Vorwurfs gegen die Presse bleibt die Person, die diese Kritik äußert, für den Autor dieser Zeilen völlig unglaubwürdig. Der Präsident selbst ist tief in die militärischen Verwicklungen seiner Nation verstrickt und trägt eine schwere Mitverantwortung für das Leid unzähliger unschuldiger Menschen in verschiedenen Krisengebieten. Nur wenige Tage vor seiner medialen Attacke hatte ein von den Vereinigten Staaten unterstütztes Militärbündnis unter der Führung Saudi-Arabiens einen verheerenden Angriff im Jemen verübt. Bei dieser Bombardierung wurde ein Schulbus zerstört, was über 50 Todesopfer forderte, darunter mehr als 40 kleine Kinder. Die Bilder dieses Massakers, die von unabhängigen Internetportalen veröffentlicht wurden, zeigten zerfetzte und blutüberströmte Körper von Kindern, die in einem Müllcontainer lagen.
Die blutige Realität im Jemen und die Heuchelei der Mächtigen
Die Betrachtung solcher grausamen Fotografien zwingt den Betrachter zu der erschütternden Frage, wie Medien und Journalisten mit derartigen Ungeheuerlichkeiten umgehen. Es ist ein moralisches Versagen sondergleichen, wenn die etablierten Nachrichtensender solche Tragödien entweder komplett ignorieren, bewusst verharmlosen oder gar mit fadenscheinigen Argumenten rechtfertigen. Die Empörung der Berichterstatter entzündet sich fast ausschließlich dann, wenn die geopolitischen Gegner für ähnliche oder weitaus geringere Verbrechen verantwortlich gemacht werden können. Diese selektive Wahrnehmung und die bewusste Ausblendung des eigenen Leid verursachenden Potenzials machen die Medien zu einem gefährlichen Werkzeug der Machtpolitik. Das Agieren vieler Redaktionen in den gegenwärtigen globalen Konflikten ist in seiner verheerenden Wirkung ebenso verbrecherisch wie das direkte Handeln der verantwortlichen Politiker und Militärs.






























